Raul Rodriguez
Wo lebst du?
Ich ziehe mit dem Wind durch Spanien, im Winter bin ich in Granada, Andalusien, und den Rest des Jahres in Organya.
Was machst du beruflich?
Seit ich 14 bin, dreht sich meine Arbeit ausschließlich ums Gleitschirmfliegen und darum, jede Bewegung zu verstehen sowie neue Tricks zu entwickeln, Gleitschirme zu promoten und weiterzuentwickeln, Kunstflug-Shows zu veranstalten und Sicherheits- sowie Acro-Trainings zu geben. Tatsächlich besteht meine Arbeit darin, zu fliegen und meine Erfahrungen mit der Flieger-Gemeinschaft zu teilen.
In welchem Jahr hast du mit dem Fliegen angefangen und wie alt warst du damals?
Ich war 12, als ich 1987 angefangen habe, zu fliegen. Meinen ersten Flug habe ich in Albacete gemacht.
Hat dich ein Familienmitglied für die Welt des Gleitschirmfliegens begeistert? Fliegt aus deiner Familie sonst noch jemand?
Mein Vater Felix Rodriguez begann 1986 mit dem Fliegen. Ich war dabei und wollte auch fliegen, aber damals war das für Kinder noch nicht möglich. Also gründete mein Vater eine Gleitschirmflugschule und brachte mir ein Jahr später das Fliegen bei. Zwei Jahre später brachte Papa Felix meinem Bruder Felix das Fliegen bei, und einige Jahre später begannen auch mein Cousin Horacio Llorens und mein kleiner Bruder Alejandro mit uns zu fliegen. Einige Zeit später fing auch meine Mutter mit dem Fliegen an, genauso wie drei weitere Cousins, Jesús, Carloni und Rafiky. Es ist eine Leidenschaft, die in der Familie liegt.
Welche anderen Hobbies und Leidenschaften hast du?
Alle Berg- und Natursportarten sind meine Leidenschaft. Seit ich klein bin, gehe ich oft sportklettern. Ich bin schon Routen mit 8a+ geklettert, aktuell klettere ich im Bereich 7c. Ich mache auch sehr gerne – wenn auch nicht so oft – einen Basejump aus dem Gleitschirm, oder gehe Fallschirmspringen und Kitesurfen.
Warum ist dir das Fliegen wichtig und was bedeutet es dir?
Das Fliegen ist mein Ein und Alles. Als ich 12 Jahre alt war, habe ich mich entschieden, vom Gleitschirmfliegen zu leben. All die Jahre habe ich mit viel Leidenschaft daran gearbeitet, etwas Neues zu schaffen. Am Anfang lernte ich die grundlegenden Manöver und 1997 hatte ich alle existierenden Kunstflugtricks gemeistert. Dann habe ich in jedem Manöver sämtliche Grenzen ausgelotet, indem ich sie alle miteinander kombinierte, um etwas Neues zu finden und zu schaffen.
Nach Jahren des Trainings und jeder Menge Arbeit habe ich das geschaffen, was heute als ACRO oder Kunstflug bekannt ist, habe verschiedene Tricks erfunden und neue Ausrüstung sowie Zubehör für diese Disziplin entwickelt. Eine neue Welt innerhalb des Gleitschirmfliegens war geboren.
Was waren einige deiner letzten Abenteuer, Wettkämpfe oder Reisen in den letzten Jahren?
Mein größtes Abenteuer war die Anfangszeit des Kunstflugs von 2000 bis 2007, als ich mit dem SAFETY ACRO TEAM um die ganze Welt reiste, um unsere Philosophie vom Acrofliegen, der Sicherheit und der Kontrolle im Gleitschirm-Kunstflug, zu verbreiten.
Ich habe viele Wettbewerbe gewonnen, darunter fünfmal die Acro-Weltmeisterschaft, habe 2006 mit dem Infnity Tumbling (108 Drehungen) einen Guinness-Weltrekord aufgestellt und die meisten der heute bekannten Acro-Manöver entwickelt.
Hast du für die nächsten ein bis zwei Jahre Ziele, Träume oder Pläne, die du mit uns teilen möchtest?
Mein Plan ist es, eine neue Art des Unterrichts für Anfänger im Acrofliegen zu entwickeln, die eine unterhaltsame Lehr- und Lernerfahrung bietet. So viel wie möglich fliegen und neue Manöver entwickeln.
Horacio und ich haben gerade eine neue Schule in Organya eröffnet, die „FUSION FLYING SCHOOL“. Damit wollen wir unsere Erfahrungen mit allen unseren Schülern hier am Magic Mountain teilen und unsere FUSION-Methode weiterentwickeln.












